Facts zum Thema Menschenhandel


Menschenhandel ist der lukrativste Wirtschaftszweig der Welt. Im Gegensatz zum Drogen- oder Waffenhandel können Menschen mehrfach verkauft werden. Die Grausamkeit der modernen Sklaverei macht auch vor Europa nicht Halt und findet in unserer nächsten Umgebung statt! Wie viele Menschen von Menschenhandel betroffen sind, ist schwierig zu sagen, denn die genauen Zahlen kennt niemand. Experten schätzen, dass zwischen 27-30 Millionen Menschen weltweit Opfer von Menschenhandel sind. Erschreckend ist, dass fast ein Drittel der Betroffenen Kinder sind, und leider nimmt die Tendenz stark zu! Die genannten Zahlen basieren auf Datenerhebungen und Berechnungen aus 132 Ländern und man geht davon aus, dass wir erst die Spitze des Eisbergs sehen.


Menschenhandel hat verschiedene Formen


Menschenhandel beinhaltet nicht nur Zwangsprostitution, sondern hat ganz verschiedene Gesichter:

  • Ausbeutung der Arbeitskraft
  • Sexuelle Ausbeutung (Zwangsprostitution)
  • Menschenhandel zum Zweck des Organhandels
  • Menschenhandel zum Zweck der Adoption
  • Zwangsheirat

Wie läuft Menschenhandel ab?


Menschenhändler machen sich die wirtschaftliche und soziale Notlage von Menschen aus sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern zu Nutze, indem sie die Betroffenen unter falschen Versprechungen anwerben. Getrieben von der Hoffnung auf ein besseres Leben lassen sie sich auf die Versprechungen ein und werden Opfer von dem brutalen Verbrechen!

Systematisch werden die jungen Menschen angelockt und genauso systematisch werden sie danach in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht, aus dem sie alleine nicht mehr raus kommen. Oft wird ihnen eine Karriere als Model oder ein Job in der Gastronomie angeboten oder sie nehmen an, dass sie selbstständig in der Prostitution arbeiten und viel Geld verdienen werden. Doch der Traum vom schönen Leben im Ausland wird oftmals schon auf der Reise zum Alptraum, denn die Menschenhändler nehmen den Betroffenen die Pässe weg, bedrohen, schlagen und vergewaltigen die Opfer!

Angekommen im Zielland werden die Opfer in Bordelle oder ähnliche Lokale gebracht und müssen dort gegen ihren Willen arbeiten. Mit den entstandenen Reisekosten wird Druck ausgeübt und den Betroffenen gesagt, dass sie die Schulden abzahlen müssen. Immer wieder werden die Frauen weiterverkauft, geschlagen und missbraucht. Durch die ständigen Ortswechsel und die sprachlichen Barrieren sind die Frauen völlig hilflos und auf sich alleine gestellt. Wegen den fehlenden Papieren sind die Betroffenen illegal im Land, und aus Angst vor Abschiebung oder Korruption wagen sie nicht, sich an die Polizei zu wenden. Auch der Druck von den Zuhältern und den Zuhälterinnen ist extrem gross. So drohen diese zum Beispiel der Familie etwas anzutun, usw., wenn die Opfer nicht machen, was sie wollen oder sie setzen sie unter Drogen, um sie „ruhigzustellen“.


Folgen für die Opfer


Die Folgen der ständigen Vergewaltigungen und Gewalterfahrungen sind krass! Es ist für uns kaum vorstellbar, was die Betroffenen alles durchmachen und erleiden müssen. Nachfolgend werden einige der psychischen und physischen Folgen aufgeführt:

  • Schmerzen von den Schlägen, usw.
  • Krankheiten, insbesondere Geschlechtskrankheiten
  • Identitätsverlust
  • Entzugserscheinungen von den Drogen
  • Selbstmordgedanken
  • Sehr geringer Selbstwert
  • Instabilität
  • Depressionen
  • Vereinsamung


Bekämpfung von Menschenhandel

Bekämpfung von Menschenhandel

Das Vorgehen gegen Menschenhandel/Zwangsprostitution gestaltet sich äusserst schwierig, zumal alles sehr versteckt und organisiert abläuft. Eines der grössten Probleme jedoch ist die mangelnde Anzeigebereitschaft der Opfer. Die schwer traumatisierten Opfer sind dermassen eingeschüchtert, dass sie meistens nicht bereit sind, gegen die Menschenhändler auszusagen. Sie stehen unter einem riesigen Druck und sagen aus Angst vor den Konsequenzen nichts, im Gegenteil, sie verneinen gegenüber der Polizei oder andern Behörden immer wieder, dass sie einen Zuhälter haben. Immer mehr wird jedoch der Zeugenschutz von Aussagewilligen gewährleistet und die Opfer werden betreut und stabilisiert, damit sie eine klare Zeugenaussage machen können.